
B O U L E + P E T A N Q U E
NICHT NUR IN FRANKREICH
Die Ile de Ré, eine kleine malerische Insel bei la Rochelle im Atlantik gelegen, der Kirchplatz von St.Martin – der Inselhauptstadt – irgendwann im August vor vielen Jahren.....
Ein langer Sommerabend geht zu Ende. Männer mit braungebrannten Gesichtern stehen diskutierend zusammen, die schwarze Zigarette im Mundwinkel, in einer Hand das Pastis-Glas, in der anderen drei Kugeln, ein Tuch. Man unterhält sich über das andere Geschlecht über Politik, die Formel 1, das Essen und natürlich über Boule. Boule oder Pétanque – das französischste aller französischen Spiele – ist fest in der Hand der Franzosen, der Männer wohlgemerkt!
Ich werfe einen kurzen Blick zu Petra, fest entschlossen das wohl Unmöglichste zu wagen: „voullez vous jouer contre nous“ – „wollt ihr gegen uns spielen“? Ungläubiges Staunen, Ratlosigkeit, dann die zögernde Antwort: „allez“ – „auf geht ´s !“ Ein Deutscher, zu allem Überfluss auch noch mit Frau, sechs turnierzugelassenen Kugeln, dazu auch noch regelsicher und leidlich französisch sprechend, äußerst verdächtig, dieser Exote....
„Madame commence“ - „die Frau beginnt“. Uns soll ´s recht sein und als dann die Kugel von „Madame“ urplötzlich nur einen Zentimeter neben der Zielkugel, – dem Cochonet – liegt, keimt zögernd Applaus auf. Der erste Schuss des Franzosen kommt postwendend. Knapp daneben, der zweite sitzt. Minuten später, mein erster Schuss, glücklicherweise perfekt getroffen „en carreau“, die ersten beiden Punkte sind eingefahren. Nach einer halben Stunde – wir spielen inzwischen im Licht der Laternen – haben wir zwar knapp verloren, aber die unmissverständliche Verabschiedung unserer Mitspieler „jusqu´ à demain“ – „bis morgen“ zeigt uns, wir gehören dazu.....
Inzwischen haben wir hunderte von Boule-Spielen in Frankreich absolviert, auf Campingplätzen, auf Dorfplätzen, auf kleineren und größeren Turnieren. Wir haben manchmal super toll gespielt, manchmal sauschlecht, wir haben gewonnen und herbe Niederlagen einstecken müssen, die Lust und die Freude am Boule-Spiel ist jedoch geblieben, Boule ist zur „Sucht“ geworden.
Wir haben Kontakte gesucht in Deutschland und wir sind fündig geworden. Unzählige Vereine und Spielgemeinschaften haben wir gefunden, wir tingelten mit unseren Boule-Freunden durchs Elsass und haben dort viele Freundschaften geschlossen. Mitglieder im Boule-Club von La Flotte auf „unserer Ré“ sind wir natürlich schon längst und in „St.Maie-la Noue“ sind wir seit vielen Jahren gern gesehne Gäste. Jahr für Jahr freut man sich dort auf „les Allemands“, wenn wir dort regelmäßig mit 10-15 Mitgliedern unseres Vereins auftauchen. Boule verbindet auf wunderbare Weise....
Natürlich sind wir
in der Zwischenzeit längst organisiert. Wir heißen „DIE BOULE CONNECTION
LAHR-ETTENHEIM E.V“ und sind in der „Baden-Württembergischen Boule-Szene“
längst eine feste Größe. Regelmäßig veranstalten wir selbst hochkarätige
Turniere, die immer überdurchschnittlich gut besucht sind. Zwei
Liga-Mannschaften von uns stellen sich dem sportlichen Wettkampf, die
1.Mannschaft hat es inzwischen sogar bis in die Oberliga geschafft, nach
dreimaligem Aufstieg in Folge!
Vom ersten Kontakt
mit den Kugeln bis heute hat sich jedoch nicht viel geändert. Die Lust und die
Freude am Boulespiel ist geblieben.
B o u l e – C o n n e c t i o
n L a h r – E t t e n h e i m e. V.
herzlich willkommen.